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Werksschau von JobAct ®

November 11th, 2014 | Posted by Sandra Schirmer in Allgemein
werksschau-06.11.14

Der Zorn des Orest

Zum ersten Mal haben die Teilnehmer/innen der diesjährigen JobAct®-Gruppe ihre Ergebnisse präsentiert: Am 06. November waren alle Interessierten zu einer Werksschau in eingeladen. Eine Gruppe von über 20 Personen ist der Einladung gefolgt. 

„Zorn des Orests“

JobAct® Hochsauerlandkreis ist ein Projekt der „Projektfabrik“ Witten in Zusammenarbeit mit der moveo GmbH Arnsberg und den Jobcentern der Region, das erwerbslosen Jugendlichen bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglicht. 19 Teilnehmer/innen, Jugendliche mit den unterschiedlichsten Biographien im Alter von 18-30 Jahren aus Arnsberg, Sundern, Meschede und Bestwig, werden von 2 Theaterpädagogen und 2 Bewerbungsmanagern unterstützt. In den ersten fünf Monaten des Projekts entwickeln die Teilnehmer/innen eigenständig ein Theaterstück, das am 30.01.2015 im Sauerland-Theater in Arnsberg Premiere feiert. Von der Erarbeitung der Handlung, der Herstellung der Kostüme und Requisiten bis zur eigentlichen Schauspielerei werden jegliche Aufgaben von den Teilnehmer/innen selbst übernommen. All diese Elemente erzeugen bei ihnen neue Erfahrungen, welche die Selbstverantwortung, Teamfähigkeit und Leistungsbereitschaft positiv beeinflussen. In der zweiten Phase des Projekts liegt der Schwerpunkt in der Vorbereitung auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt durch intensives Bewerbungsmanage-ment und betriebliche Praktika.

Am Donnerstag, den 06.11.2014, hatten die JobActler zur Werksschau im Jugend- begegnungszentrum Liebfrauen in Arnsberg eingeladen. Los ging es mit einigen Körperübungen, die dazu dienten, wach zu werden und die Konzentration zu stärken. Das Publikum wurde mit einbezogen und konnte sich selber von der Wirksamkeit der Übungen überzeugen. Im Anschluss gab es eine selbst erarbeitete Szene zu sehen, die auch im Theaterstück vorkommen wird. Grundlage der Szene ist die Geschichte zweier Geschwister, Orest und Elektra, die sich an den Mördern ihres Vaters rächen wollen. In der Kostprobe traten alle Mitglieder der JobAct Gruppe auf, so dass die interessierten Zuschauer, Eltern und Mitarbeiter der beteiligten Jobcenter, „ihre“ Jugendlichen in Aktion erlebten.

 

Die Wachgarde mit Schwerterklirren, loyale Untertanen, Verschwörer auf leisen Sohlen und Elektra sinnend im improvisierten Wald kamen zum Zuge, um das Publikum in Bann zu schlagen. Devid W. (Orest) „Das hat mich schon Überwindung gekostet! Man muss über seinen Schatten springen… Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn man die Szene ohne große Schwierigkeiten geschafft hat! Es ist auch eine Erleichterung, wenn man den Applaus der Zuschauer hört und man weiß, dass man alles richtig gemacht hat.“

Nach dem wohlverdienten Beifall und reichlich Lob standen die Mimen für Fragen Rede und Antwort. Die Zuschauer beteiligten sich an der Fragerunde sehr rege, so dass das Interesse deutlich herauszuhören war.

„Woran orientiert sich der Text oder habt Ihr Vorgaben?“

Vanessa G. (Regisseurin) „Wir haben nicht wirklich Vorgaben. Wir orientieren uns an der Geschichte des Geschwisterpaars. Die Mutter hat mit ihrem „Neuen“ den Vater umgebracht. Wir haben den ursprünglichen Text so umgeschrieben, dass der Vater nicht getötet wird. Oder dass der Mord triftige Gründe haben kann. Oder ein Detektiv den Mordfall aufklärt. Wir sind da vollkommen frei.“

„Wie sind die Prozesse in der Gruppe?“

Devid W. (Orest) „Es wird schon gerecht abgestimmt. Wir einigen uns über alles in der Gruppe. Auch unsere Ideen werden in der Gruppe vorgestellt und es wird entschieden, was im Stück aufgenommen wird.“

„Wie werden die Rollen vergeben?“

Sarah W. (Elektra) „Die finalen Rollen stehen noch nicht fest, aber die endgültige Entscheidung treffen wir gemeinsam. Da soll jeder das machen, was er am Besten kann.“

 

JobAct, das bedeutet für die Teilnehmer den Mut aufzubringen, über die eigenen Grenzen hinauszugehen, sich neuen Herausforderungen mit Kreativität und eigenen Ideen zu stellen, auszuprobieren, was man gemeinsam leisten kann. Der Premiere Ende Januar sehen alle Beteiligten mit Spannung entgegen, aber auch mit dem Wissen, dass sie schon viel geleistet und an sich gearbeitet haben. Gemeinsam schaffen sie es!

So gehen die Jugendlichen demnächst bestens gerüstet an die nächste Aufgabe heran: der Integration auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. All die neu erworbenen und wieder aktivierten Fähigkeiten und Kenntnisse, die persönliche Entwicklung, die JobAct hervorgebracht hat, ist ein unschätzbares Rüstzeug für das große Ziel: den Traumberuf zu ergreifen und am Arbeitsleben teilzuhaben.

 

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